Freitag, 3. September 2010
Schaumburg nach der Flut
Was sich am Donnerstag den ganzen Tag über angekündigt hatte, wurde in der Nach akut: In Schaumburg, vor allem im Gebiet um Stadthagen, gab es schwere Überschwemmungen. Viele Straßen mussten gesperrt werden, man kam nur noch auf der B 65 in die Kreisstadt. Viele Menschen kämpften gegen die Fluten, als Freiwillige bei den Feuerwehren oder in ihren Häusern, um zu retten, was zu retten war. Auch Lindhorst, am Freitag der erste Spielort für den Fürsten, war betroffen. Lange überlegte das Organisationsteam, ob man die Termine an diesem Tag absagen sollte. Allerdings wäre man damit dem vielen Menschen, die in den jeweiligen Orten überwiegend ehrenamtlich den Fürstenbesuch vorbereitet hatten und sich darauf freuten, nicht gerecht geworden. Und so wurde improvisiert, Strecken wurden umgelegt und das Spiel fand statt.
Donnerstag, 2. September 2010
Wiedensahl, Wilhelm Busch und Wassermassen
Dichtgedrängt und mit Schirmen bewaffnet standen die Menschen vor dem ebenfalls gut gefüllten Heimatmuseum in Wiedensahl, als Fürst Ernst eintraf. Böllerschüsse ertönten zu seiner Ankunft, dann wurde er auf Platt begrüßt. Plötzlich verwandelte sich der Regen zu einem Wolkenbruch und alle mussten ins Museum flüchten. Eine Bauersfrau klagte ihr Leid über die vielen Steuern - Fürst Ernst konnte nur zustimmen und berichtetete von der Steuernummer, die man ihm, kaum im Jetzt und Hier angekommen, zugewiesen hatte.
Die Wiedensahler erzählten auch von den Problemen, die alte Verträge dem Dorf beschert hatten: So gehörte es mal zu diesem, mal zu jenem Herrschaftsbereich, sollte hier Abgaben zahlen und dort arbeiten... Ein alter Vertrag besagt, dass Wiedensahl zu Schaumburg gehören soll, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Der Fürst verwies darauf, dass ja heute in der seltsamen Staatsform, die wir uns gegeben hätten, die Besten der Besten gewählt würden, um Entscheidungen zu treffen. Zwar würde man Schaumburger mit dem Herzen und daher könne niemand daran gehindert werden. Dennoch sollte der Rat darüber abstimmen. So zogen sich die Herren und Damen zur Beratung zurück.
Während der Wartezeit wurde dem Fürsten Wiedensahls berühmter Sohn vorgestellt: "Alle lieben Wilhem Busch. Der ist aber schon tot." Antwort: "Das geht uns genauso. Seit wir tot sind, lieben uns alle." Auch viele der bekannten Figuren des Zeichners waren anwesend und zeigten sich Fürst Ernst.
Nach nur 10 Minuten kehrte der Rat zurück und brachte gleich einige Petitionen mit. In der ersten bat man darum, aus Wiedensahl-Schilda wieder ein Wiedensahl ohne Schilder zu machen, da der Fahrradweg völlig zugeschildert sei. Wer das verursacht habe, solle zur Strafe alle Hinweistafeln eigenhändig wieder abschrauben. Mit der zweiten Petition forderte man Fürst Ernst auf, sich für Wiedensahl als Tourismusort einzusetzen und diesen zu fördern, da das Land sich immer weiter zurückzieht. Natürlich sagte Ernst gern seine Unterstützung zu, da er ja Wilhelm Busch nun kennengelernt hatte. Dann endlich folgte die dritte Petition und damit der Ratsbeschluss. Wiedensahl steht unverrückbar zu Schaumburg und wünscht sich Frieden mit allen Nachbarn.
Nach dieser klaren Ansage wurde die Schaumburger Fahne vor dem Haus gehisst. Fürst Ernst erhielt ein Buch über Wiedensahl als Abschiedsgeschenk und Verpflegung für die Fahrt, bevor er mit seinem Tross in den regnerischen Abend ritt.
Die Wiedensahler erzählten auch von den Problemen, die alte Verträge dem Dorf beschert hatten: So gehörte es mal zu diesem, mal zu jenem Herrschaftsbereich, sollte hier Abgaben zahlen und dort arbeiten... Ein alter Vertrag besagt, dass Wiedensahl zu Schaumburg gehören soll, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Der Fürst verwies darauf, dass ja heute in der seltsamen Staatsform, die wir uns gegeben hätten, die Besten der Besten gewählt würden, um Entscheidungen zu treffen. Zwar würde man Schaumburger mit dem Herzen und daher könne niemand daran gehindert werden. Dennoch sollte der Rat darüber abstimmen. So zogen sich die Herren und Damen zur Beratung zurück.
Während der Wartezeit wurde dem Fürsten Wiedensahls berühmter Sohn vorgestellt: "Alle lieben Wilhem Busch. Der ist aber schon tot." Antwort: "Das geht uns genauso. Seit wir tot sind, lieben uns alle." Auch viele der bekannten Figuren des Zeichners waren anwesend und zeigten sich Fürst Ernst.
Nach nur 10 Minuten kehrte der Rat zurück und brachte gleich einige Petitionen mit. In der ersten bat man darum, aus Wiedensahl-Schilda wieder ein Wiedensahl ohne Schilder zu machen, da der Fahrradweg völlig zugeschildert sei. Wer das verursacht habe, solle zur Strafe alle Hinweistafeln eigenhändig wieder abschrauben. Mit der zweiten Petition forderte man Fürst Ernst auf, sich für Wiedensahl als Tourismusort einzusetzen und diesen zu fördern, da das Land sich immer weiter zurückzieht. Natürlich sagte Ernst gern seine Unterstützung zu, da er ja Wilhelm Busch nun kennengelernt hatte. Dann endlich folgte die dritte Petition und damit der Ratsbeschluss. Wiedensahl steht unverrückbar zu Schaumburg und wünscht sich Frieden mit allen Nachbarn.
Nach dieser klaren Ansage wurde die Schaumburger Fahne vor dem Haus gehisst. Fürst Ernst erhielt ein Buch über Wiedensahl als Abschiedsgeschenk und Verpflegung für die Fahrt, bevor er mit seinem Tross in den regnerischen Abend ritt.
Von röhrenden Hirschen und tiefen Pfützen
Eine ganz besondere Veranstaltung durfte Fürst Ernst am Donnerstagnachmittag besuchen. Das Kreisforstamt hatte die Kinder der Umgebung zu einem Waldzirkus nach Pollhagen eingeladen. Auch der Regen und ein komplett durchweichter Boden hielten die Kleinen nicht davon ab, bei diesem besonderen Erlebnis mitzufiebern. Kurz bevor der Fürstentross eintraf, duellierten sich ein Schaumburger Hirsch (dargestellt von Forstamtsleiter Lothar Seidel) mit einem Rehburger Hirsch - keine Frage, welcher am Ende in den Wald gejagt wurde. Jagdhörner empfingen den Fürsten, Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier eilte zur Begrüßung - was Fürst Ernst zu der Überlegung veranlasste, ob der Landrat einen Doppelgänger habe, so oft, wie man sich in den letzten Tagen begegnet war.
Lothar Seidel berichtete über das heutige Forstamt und frühere Jagden. Dann lud er Hauptmann Zerssenheim ein, im Wettkampf mit einem Förster Wildschweine zu schießen, standesgemäß mit einem Vorderlader. Die Kinder durften mit lauten Rufen die "Wildschweine" (kleine Attrappen an einem Seil) aus dem Gebüsch jagen. Nacheinander wurde geschossen, jeweils mit Erfolg. Försterin Diana Krause überbrachte dem Fürsten eine Petition zum Erhalt der Forsten. Fürst Ernst konnte seine Überraschung darüber, dass eine Frau diesen Beruf ausübt, nicht verbergen. Allerdings war er nach den fast unbekleideten Badegästen in Nordsehl ja schon allerlei Merkwürdigkeiten der heutigen Zeit gewohnt...
Zum Abschied wurde Ernst ein fröhliches "Horrido!" zugerufen, bevor noch einmal die Jagdhörner erklangen. Kommentar des Fürsten: "Dass direkt auf ,Der Fürst ist da!' ,Die Sau ist tot!' folgt, hat uns schon ein wenig irritiert.
Lothar Seidel berichtete über das heutige Forstamt und frühere Jagden. Dann lud er Hauptmann Zerssenheim ein, im Wettkampf mit einem Förster Wildschweine zu schießen, standesgemäß mit einem Vorderlader. Die Kinder durften mit lauten Rufen die "Wildschweine" (kleine Attrappen an einem Seil) aus dem Gebüsch jagen. Nacheinander wurde geschossen, jeweils mit Erfolg. Försterin Diana Krause überbrachte dem Fürsten eine Petition zum Erhalt der Forsten. Fürst Ernst konnte seine Überraschung darüber, dass eine Frau diesen Beruf ausübt, nicht verbergen. Allerdings war er nach den fast unbekleideten Badegästen in Nordsehl ja schon allerlei Merkwürdigkeiten der heutigen Zeit gewohnt...
Zum Abschied wurde Ernst ein fröhliches "Horrido!" zugerufen, bevor noch einmal die Jagdhörner erklangen. Kommentar des Fürsten: "Dass direkt auf ,Der Fürst ist da!' ,Die Sau ist tot!' folgt, hat uns schon ein wenig irritiert.
Wasser draußen und drinnen in Nordsehl
Das herrliche Wetter hat den Tross am Donnerstag verlassen. Schon bei der Ankunft an der Badewonne in Nordsehl regnete es. Die Einwohnerinnen und Einwohner des Ortes ließen sich davon jedoch nicht abhalten. In wetterfester Kleidung und mit Schirmen bewaffnet warteten sie auf den Fürsten und ließen sich von der guten Laune Ferzenbroichs schnell anstecken. Zum ersten Mal traf Fürst Ernst in einer geschlossenen Kutsche ein und war sichtlich beeindruckt von dem Regenschirm, den man gleich hilfreich über sein Haupt hielt. Offenbar eine nützliche Erfindung.
Bürgermeisterin Hanna-Luise Mensching-Buhr und der Vorsitzende des Badewonnen-Vereins begrüßten den Fürsten und geleiteten ihn zu einem Vordach. Dort erfuhr er allerhand über Nordsehl und das Projekt Badewonne.Die Regenschirme ließen den Fürsten nicht los. Er begehrte einen für eine Examination durch Magister Notholden, die glücklicherweise zufriedenstellend verlief. So war klar, dass der Fürst diesen neumodischen und bunten Schutz im Fall künftigen Regensbenutzen durfte.
Auf dem Weg zum Schwimmbad warf sich plötzlich ein Bogenschütze dem Fürsten zu Füßen und bat um Aufnahme in die Landsknechtstruppe. Nach eingehender Prüfung wurde er aufgefordert, am 29.08. nach Bückeburg zu kommen und sich dort einzuschreiben. Daraufhin präsentierte der Mann Fürst Ernst die Ausbeute des Kartoffel-Wettbewerbs, der in den Stunden vor dessen Ankunft mit den Kindern durchgeführt worden ist. Obwohl Ernst sichtlich misstrauisch gegenüber diesem für ihn unbekannten Gemüse war, schenkte ihm die Bürgermeisterin die dicksten Kartoffeln.
Endlich konnte die ganze Gruppe zum Bad weitergehen. Im Pavillon warteten zwei Überraschungen auf den Fürsten: Neptun persönlich wollte eine Petition verlesen und etliche Badegäste standen ihm in Badekleidung zur Seite. Welcher Anblick für den Fürsten, der ja aus einer sehr "bekleideten" Zeit stammt, erschreckender war, ließ sich nicht genau ausmachen... Dennoch nahm er die Petition angemessen huldvoll entgegen. bevor er wieder ins Freie flüchtete.
Zum Abschluss versuchte die Bürgermeisterin, Fürst Ernst vom Wohlgeschmack der Kartoffeln zu überzeugen, ihndem sie ihn zum Kartoffelpufferverkosten einlud. Das Experiment gelang, der Fürst wird es wohl bedauern, nicht auch zu den nächsten Kartoffelfesten in Nordsehl kommen zu können.
Bürgermeisterin Hanna-Luise Mensching-Buhr und der Vorsitzende des Badewonnen-Vereins begrüßten den Fürsten und geleiteten ihn zu einem Vordach. Dort erfuhr er allerhand über Nordsehl und das Projekt Badewonne.Die Regenschirme ließen den Fürsten nicht los. Er begehrte einen für eine Examination durch Magister Notholden, die glücklicherweise zufriedenstellend verlief. So war klar, dass der Fürst diesen neumodischen und bunten Schutz im Fall künftigen Regensbenutzen durfte.
Auf dem Weg zum Schwimmbad warf sich plötzlich ein Bogenschütze dem Fürsten zu Füßen und bat um Aufnahme in die Landsknechtstruppe. Nach eingehender Prüfung wurde er aufgefordert, am 29.08. nach Bückeburg zu kommen und sich dort einzuschreiben. Daraufhin präsentierte der Mann Fürst Ernst die Ausbeute des Kartoffel-Wettbewerbs, der in den Stunden vor dessen Ankunft mit den Kindern durchgeführt worden ist. Obwohl Ernst sichtlich misstrauisch gegenüber diesem für ihn unbekannten Gemüse war, schenkte ihm die Bürgermeisterin die dicksten Kartoffeln.
Endlich konnte die ganze Gruppe zum Bad weitergehen. Im Pavillon warteten zwei Überraschungen auf den Fürsten: Neptun persönlich wollte eine Petition verlesen und etliche Badegäste standen ihm in Badekleidung zur Seite. Welcher Anblick für den Fürsten, der ja aus einer sehr "bekleideten" Zeit stammt, erschreckender war, ließ sich nicht genau ausmachen... Dennoch nahm er die Petition angemessen huldvoll entgegen. bevor er wieder ins Freie flüchtete.
Zum Abschluss versuchte die Bürgermeisterin, Fürst Ernst vom Wohlgeschmack der Kartoffeln zu überzeugen, ihndem sie ihn zum Kartoffelpufferverkosten einlud. Das Experiment gelang, der Fürst wird es wohl bedauern, nicht auch zu den nächsten Kartoffelfesten in Nordsehl kommen zu können.
Mittwoch, 1. September 2010
Cammer feiert grenzübergreifend
In Cammer wurde Fürst Ernst als Zeuge gebraucht. Nachdem die Blaskapelle den eintreffenden Tross bei Königs-, nein, Fürstenwetter begrüßt hatte und der Bürgermeister gefunden war (er war voller Sorge um die Pferde zu beschäftigt, um den Fürsten zu begrüßen), erzählte dieser von den uralten Grenzstreitigkeiten zwischen Schaumburg(-Lippe) und Preußen. Nach alten Dokumenten sollte daher ein Grenzstein gesetzt werden. Zwei Männer griffen beherzt nach den Seilen, ein dritter wurde flugs vom Bürgermeister dazukommandiert. Der Fürst war überrascht, wie gut der ältere Herr seine Leute im Griff hat. Dieser erklärte, er mache das ja auch immerhin schon seit 20 Jahren. Darauf Ernst: "Ich mache das schon seit 400 Jahren und es klappt nicht immer." Als der Grenzstein in die Erde sank, sollte er noch ein wenig gerader aufgestellt werden und zwar in Richtung Schaumburg, was den Fürsten zu dem Kommentar veranlasste, hier werde um jeden Zentimeter Schaumburg gekämpft.
Nach getaner Arbeit ging es um die Ecke, wo ein Schlagbaum die Straße nach Päpinghausen auf der anderen Seite der Grenze nach Westfalen versperrte. Eine Abordnung von "Preußen" wurde von Fürst Ernst eingeladen, am Fest in Cammer teilzunehmen. Mit Erstaunen musste der Fürst feststellen, dass sich die Bürgermeister beider Orte duzen. Er freute sich, dass die Grenzen nicht mehr das sind, was sie mal waren und hoffte, dass die "Preußen" auch ein wenig Schaumburger Identität verspürten.
Weiter ging es zum Dorfplatz, wo die Abordnung kaum noch Platz fand. Und so wurde dem Fürsten die Petition angetragen, sich für eine Vergrößerung des Platzes einzusetzen. Bei seiner Antwort wurde er von dem fröhlichen Lärm der westfälischen Delegation unterbrochen. "Die Preußen saufen laut!" war sein lakonischer Kommentar. Der Trachtenverein erzählte die Geschichte der Friller Tracht, bevor die Trachtenkinder für den Fürsten tanzten. Die BI Con brachte noch eine Petition gegen den geplanten Hafen ein.
Hauptmann Zerssenheim ließ, da so viele Menschen in Cammer waren, die Landknechtsfrauen das Werberlied anstimmen. Zum Abschied sang der Seniorenclub das Schaumburglied. Fürst Ernst war gerührt: "In Cammer fühlen sich die Menschen von ganz klein und ganz jung bis ganz groß und ganz alt als Schaumburger." In dieser Stimmung zog er sich in seine Gemächer zurück.
Nach getaner Arbeit ging es um die Ecke, wo ein Schlagbaum die Straße nach Päpinghausen auf der anderen Seite der Grenze nach Westfalen versperrte. Eine Abordnung von "Preußen" wurde von Fürst Ernst eingeladen, am Fest in Cammer teilzunehmen. Mit Erstaunen musste der Fürst feststellen, dass sich die Bürgermeister beider Orte duzen. Er freute sich, dass die Grenzen nicht mehr das sind, was sie mal waren und hoffte, dass die "Preußen" auch ein wenig Schaumburger Identität verspürten.
Weiter ging es zum Dorfplatz, wo die Abordnung kaum noch Platz fand. Und so wurde dem Fürsten die Petition angetragen, sich für eine Vergrößerung des Platzes einzusetzen. Bei seiner Antwort wurde er von dem fröhlichen Lärm der westfälischen Delegation unterbrochen. "Die Preußen saufen laut!" war sein lakonischer Kommentar. Der Trachtenverein erzählte die Geschichte der Friller Tracht, bevor die Trachtenkinder für den Fürsten tanzten. Die BI Con brachte noch eine Petition gegen den geplanten Hafen ein.
Hauptmann Zerssenheim ließ, da so viele Menschen in Cammer waren, die Landknechtsfrauen das Werberlied anstimmen. Zum Abschied sang der Seniorenclub das Schaumburglied. Fürst Ernst war gerührt: "In Cammer fühlen sich die Menschen von ganz klein und ganz jung bis ganz groß und ganz alt als Schaumburger." In dieser Stimmung zog er sich in seine Gemächer zurück.
Fürst Ernst entdeckt das Fahrrad
Auf dem Weg zur nächsten Station machte der Fürst einen kurzen Halt auf dem Marktplatz in Bückeburg, wo er von Bürgermeister Brombach, den Schaumburger Märchensängern und einigen Menschen auf Fahrrädern erwartet wurde. Letzte machten sich auf, den Tross aus der Stadt hinaus in die Bückeburger Niederung bei Evesen zu begleiten.
Dort sollte ein neuer Radweg, die LandTour Bückeburg, eingeweiht werden. Der Bürgermeister erklärte dem Fürsten den besonderen Clou: Wer an dem Rastplatz an der Aue Halt macht, kann sich Informationen aufs Handy laden und vorlesen lasse, falls er nicht lesen möchte. Fürst Ernst war perplex: "Ich dachte, heute könnten alle lesen?" Reiner Brombach hatte eine Antwort parat: Man könne das ja auch nutzen, wenn man seine Brille vergessen habe. Er zitierte Hermann Löns: "In Bückeburg wird man schnell alt, dafür bleibt man es lange." Der Fürst konterte: "Unter Umständen sogar 400 Jahre lang."
Bückeburg ist im vergangenen Jahr zur fahrradfreundlichen Kommune ernannt worden. Dazu passt nun auch die neue Radroute, die Fürst Ernst nun eröffnen sollte. Als er sich gerade mit der Schere, die man ihm gereicht hatte, vertraut gemacht hat, rief ein Vorlauter aus dem Publikum: "Mit dem Schwert!" Dies erschien Ernst aber doch übertrieben, um das Band in Schaumburger Farben zu zertrennen. So ließ er sich von Ferzenbroich sein in Hattendorf geschärftes Messer reichen und zerteilte gekonnt das Band. Denn Kommentar: "Nicht dass ihr nun glaubt, ich hätte hier Schaumburg zerschnitten." ließ er sich dabei nicht nehmen. Zum Abschied sang man ihm "Wo die bunten Fahnen wehen" in einer eigens für ihn umgedichteten Version.
Dort sollte ein neuer Radweg, die LandTour Bückeburg, eingeweiht werden. Der Bürgermeister erklärte dem Fürsten den besonderen Clou: Wer an dem Rastplatz an der Aue Halt macht, kann sich Informationen aufs Handy laden und vorlesen lasse, falls er nicht lesen möchte. Fürst Ernst war perplex: "Ich dachte, heute könnten alle lesen?" Reiner Brombach hatte eine Antwort parat: Man könne das ja auch nutzen, wenn man seine Brille vergessen habe. Er zitierte Hermann Löns: "In Bückeburg wird man schnell alt, dafür bleibt man es lange." Der Fürst konterte: "Unter Umständen sogar 400 Jahre lang."
Bückeburg ist im vergangenen Jahr zur fahrradfreundlichen Kommune ernannt worden. Dazu passt nun auch die neue Radroute, die Fürst Ernst nun eröffnen sollte. Als er sich gerade mit der Schere, die man ihm gereicht hatte, vertraut gemacht hat, rief ein Vorlauter aus dem Publikum: "Mit dem Schwert!" Dies erschien Ernst aber doch übertrieben, um das Band in Schaumburger Farben zu zertrennen. So ließ er sich von Ferzenbroich sein in Hattendorf geschärftes Messer reichen und zerteilte gekonnt das Band. Denn Kommentar: "Nicht dass ihr nun glaubt, ich hätte hier Schaumburg zerschnitten." ließ er sich dabei nicht nehmen. Zum Abschied sang man ihm "Wo die bunten Fahnen wehen" in einer eigens für ihn umgedichteten Version.
Der Fürst streift Westfalen
Am Besucherbergwerk in Kleinenbremen wartete man gespannt auf Fürst Ernst, war dies doch der einzige Ort in Nordrhein-Westfalen, den der Tross besuchen sollte. Die Kinder des Kindergartens Nammen sangen auf Plattdeutsch und der Bürgermeister bat die Gäste darum, ihre besondere Gastfreundschaft zu zeigen. Fürst Ernst freute sich sehr über das Willkommen im "Ausland", in "Lütjenbremen", auch wenn Grenzen, wie er bereits gelernt hatte, ja nicht mehr die Bedeutung von früher haben.
Dann wurde dem Fürsten ein Fischdieb vorgeführt, der die ehemals fürstlichen Teiche geplündert haben sollte. Dieser impertinente Taugenichts weigerte sich, vor dem Fürsten in die Knie zu gehen. Glücklicherweise war Ernst freundlich gestimmt, zumal der Bürgermeister persönlich ihn bat, dem Dieb zu verzeihen. Als Entschädigung schenkte der Dieb dem Fürsten Fisch, wie man ihn heute oft erhält: in einer Dose. Fürst Ernst nahm die Gabe huldvoll an, ermahnte den Mann aber, nie wieder zu stehlen.
Der Pastor von Kleinenbremen trat daraufhin mit einer Petition vor. Er bat darum, den Julianischen Kalender neben dem heute gültigen, Gregorianischen parallel wieder einzuführen. Auf diese Weise gäbe nämlich alle hohen Feiertage zweimal - und demnach auch zweimal volle Kirchen. Der Fürst staunte: "Einen neuen Kalender einzuführen, um mehr Feiertage zu haben, das kann auch nur einem Pfaffen einfallen."
Eine zweite Petition befasste sich mit der alten, mittlerweile gesperrten Holzbrücke zwischen Kleinenbremen und Bückeburg. Die Kinder riefen: "Gib uns unsere Brücke wieder!" und sangen "Lieder die wie Brücken sind". Und es wirkte. Bevor der Fürst eine Entscheidung treffen konnte, trat Herr Brockmann, Leiter des Straßenbauamtes, vor, entrollte die Zeichnung einer neuen Stahlbrücke und versprach, dass diese noch im nächsten Jahr gebaut werden soll. Er wurde mit einem lauten "Vivat" belohnt.
Darauf wurde eine dritte Petition verlesen. Man forderte um die Wiederinbetriebnahme des Steinkohlebergwerks, um ein Stahlwerk zu bauen, das Arbeitsplätze schaffen soll. Der Fürst solle bitte den Bau eines Hochofens - den musste er sich zunächst erklären lassen - untersützen. Da ein Fürst niemals Geld besitzt, schon gar nicht in seiner Situation, versprach Ernst, die Petition an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. Als Abschiedsgeschenk erhielt er ein hangeschmiedetes Messer.
Dann wurde dem Fürsten ein Fischdieb vorgeführt, der die ehemals fürstlichen Teiche geplündert haben sollte. Dieser impertinente Taugenichts weigerte sich, vor dem Fürsten in die Knie zu gehen. Glücklicherweise war Ernst freundlich gestimmt, zumal der Bürgermeister persönlich ihn bat, dem Dieb zu verzeihen. Als Entschädigung schenkte der Dieb dem Fürsten Fisch, wie man ihn heute oft erhält: in einer Dose. Fürst Ernst nahm die Gabe huldvoll an, ermahnte den Mann aber, nie wieder zu stehlen.
Der Pastor von Kleinenbremen trat daraufhin mit einer Petition vor. Er bat darum, den Julianischen Kalender neben dem heute gültigen, Gregorianischen parallel wieder einzuführen. Auf diese Weise gäbe nämlich alle hohen Feiertage zweimal - und demnach auch zweimal volle Kirchen. Der Fürst staunte: "Einen neuen Kalender einzuführen, um mehr Feiertage zu haben, das kann auch nur einem Pfaffen einfallen."
Eine zweite Petition befasste sich mit der alten, mittlerweile gesperrten Holzbrücke zwischen Kleinenbremen und Bückeburg. Die Kinder riefen: "Gib uns unsere Brücke wieder!" und sangen "Lieder die wie Brücken sind". Und es wirkte. Bevor der Fürst eine Entscheidung treffen konnte, trat Herr Brockmann, Leiter des Straßenbauamtes, vor, entrollte die Zeichnung einer neuen Stahlbrücke und versprach, dass diese noch im nächsten Jahr gebaut werden soll. Er wurde mit einem lauten "Vivat" belohnt.
Darauf wurde eine dritte Petition verlesen. Man forderte um die Wiederinbetriebnahme des Steinkohlebergwerks, um ein Stahlwerk zu bauen, das Arbeitsplätze schaffen soll. Der Fürst solle bitte den Bau eines Hochofens - den musste er sich zunächst erklären lassen - untersützen. Da ein Fürst niemals Geld besitzt, schon gar nicht in seiner Situation, versprach Ernst, die Petition an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. Als Abschiedsgeschenk erhielt er ein hangeschmiedetes Messer.
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